Flieg, Vögelchen, flieg…

Oder auch: Frohe Kunde pünktlich zum Fest

In der aktuellen Zeit scheinen die Nachrichten voll zu sein von den immer gleichen Themen. Dem ist aber mitnichten so.

Mit Spannung erwarteten wir am 4.12.2020 die Kreistagssitzung, bei der auf der Tagesordnung auch das RROP stand. Wir hatten schon im Vorfeld die dazugehörigen Dokumente sichten können und waren demnach vorsichtig optimistisch gestimmt.

Hier mal ein Auszug aus der Entwurfsfassung, betreffend die Fläche zwischen Bishausen und Bühle, also genau die betroffene Fläche, um die wir uns bemühen.

Entwurf RROP, Vorstellung Kreistagssitzung 4.12.2020, Anlage 4 Gebietsblätter, Seite 190

Und es kam und wurde bestätigt, wie wir es schon fast erwartet hatten: der aktuelle Entwurf für das RROP sieht die Fläche zwischen Bishausen und Bühle mit hinreichend Konfliktpotential bzgl. Avifauna gefährdet und hat daher diese Fläche als Vorrangfläche ausgeschlossen. So sieht dann die Karte dazu aus, mit der entsprechend ausgekreuzten Fläche.

Entwurf RROP, Vorstellung Kreistagssitzung 4.12.2020, Anlage 4 Gebietsblätter, Seite 194

Wir haben direkt beim Landkreis nachgefragt, was das für „unser“ Windrad konkret bedeutet und zusammengefasst die folgende Information erhalten: für die nächsten 3 Jahre ist die Fläche für eine Genehmigung nicht geeignet und somit „gesperrt“.

Mit anderen Worten: Der Adler… äh Rotmilan ist sicher gelandet und der Kampf gegen die Windmühl…räder hat sich in diesem Fall zugunsten der bedrohten Avifauna gelohnt und ausgezahlt!

Bis der RROP offiziell verabschiedet ist, ist damit die Gefahr zumindest für die nächste Zeit gebannt. Sollte der RROP nicht innerhalb dieser Zeit final verabschiedet werden, so müsste man u.U. nochmals aktiv werden.

Das ist bei weitem, das beste Weihnachtsgeschenk, das wir uns für die Avifauna vor unserer Haustür hätten vorstellen können.

Es bleibt jedoch weiterhin zu beobachten, ob die Antragstellerin nach Zustellung eines ablehnenden Bescheides Widerspruch einlegt. Das werden wir aber im Blick behalten.

Zusammenfassung letzte Infoveranstaltung vom 12.02.2020

In einem gut gefüllten DGH mit vielen neuen Gesichtern konnte die Bishäuser Redaktion einen Einblick ins aktuelle Geschehen geben.

Zunächst einmal wurde ausführlich erläutert, dass zur Zeit die „Suche nach Horst“ läuft. Jetzt gerade ist die ideale Zeit, um die Vogelhorste in den noch nicht belaubten Bäumen zu sehen. Dabei wurde klargestellt, dass wir alle keine Vogelkundler sind, weswegen es auch nicht darauf ankommt, ob wirklich ein Rotmilan-Horst vorliegt oder nicht. Der Hauptzweck ist, zunächst einmal alle potentiellen Standorte zu erfassen, um später im späteren Frühjahr überprüfen zu können, ob tatsächlich irgendwo ein Rotmilan-Pärchen brütet.

Benötigt werden ein Foto des Horstes und die Koordinaten. Die Koordinaten lassen sich am einfachsten per Google Maps, das sich auf praktisch jedem Handy befindet, ablesen. Alternativ gibt es GPS-Apps, die einem nach dem Öffnen der App direkt die Koordinaten anzeigen. HIER gibt es eine kurze Anleitung anhand eines Beispiels.

Wer ohne Handy unterwegs ist, sei auf unsere Tageskarten verwiesen und kreuzt direkt den Fundort auf der Karte ein.

Hintergrund zu dieser Suche ist, dass der Bürgermeister der Stadt Northeim noch immer keinen Fortschritt in Sachen Avifauna-Gutachten melden kann. Im Gegenteil: Hier wird das ganze Verfahren deutlich verschleppte, wie wir in unserer letzten Pressemeldung auch monierten.

Der nächste Punkt auf der Tagesordnung befasste sich mit dem aktuellen Verfahrensstand. Hier konnte berichtet werden, dass der beauftragte Rechtsanwalt im November seine Stellungnahme an den Landkreis geschickt hat. Wir haben erneut Akteneinsicht beantragt, um zu erfahren, inwieweit der Landkreis unseren Argumenten gegenüber dem Bauantragsteller folgt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch keine Akteneinsicht hierzu erfolgt, da der Landkreis aufgrund von Datenschutzbedenken weitere Informationen möchte. Wir haben uns daher dazu entschieden, hier Rücksprache mit unserem Rechtsanwalt zu halten und ebenfalls das Umweltbundesamt angeschrieben, um hier eine Klärung der Sachlage bzgl. Datenschutz zu erhalten.

Eine angeregte Diskussion entstand rund um das Thema „Was können wir tun?“. Die Redaktion schlägt vor, hier in Form von Leserbriefen selbst aktiv zu werden und so in die breitere Öffentlichkeit zu tragen, dass noch immer das Avifauna-Gutachten der Stadt Northeim auf der Agenda steht. Der Einwurf, dass es redaktionelle Entscheidung der Zeitung ist, ob diese Leserbriefe überhaupt gedruckt werden, ist natürlich berechtigt. Doch hier gilt: Je mehr der Zeitungsredaktion gezeigt wird, dass das Thema eben nicht vergessen ist und eine breite Leserschaft interessiert (denn sonst würde man sich die Mühe mit dem Schreiben eines Leserbriefes nicht machen), desto wahrscheinlicher ist, dass die Leserbriefe auch abgedruckt werden.

Zusätzlich kamen aus der Zuhörerschaft Vorschläge, wie man auf die aktuelle Situation hinweisen könnte und möglichst öffentlichkeitswirksam unser Anliegen an noch uninformierte Mitbürger*innen herantragen kann. Wir diskutieren intern, wie die Vorschläge umgesetzt werden können und leiten hierzu auch erste Maßnahmen in die Wege.

Wir danken allen Teilnehmenden für ihr Kommen und ihr Interesse und vor allem die rege, produktive Diskussion und das wertvolle Feedback!

Vielen Dank für das Feedback und die Unterstützung!

An dieser Stelle möchten wir uns ganz herzlich bei allen bedanken, die uns tatkräftig mit Informationen versorgen, sei es Kartierungen oder aktuell die Aufarbeitung von Denkmalschutz in unseren Ortschaften.

Und selbstverständlich auch ein großes DANKESCHÖN an alle, die uns mit Spenden so gut unterstützt haben, dass unser gemeinsames Ziel, die Mandatserteilung an den Fachanwalt, erfolgen konnte!

Aktuell stehen Recherchen für die Nachfragen des Anwalts an, wie wir ja auf der letzten Infoveranstaltung erläutert hatten. Hier sind alle Hinweise, die wir erhalten, echt eine große Hilfe für uns.

Daher an dieser Stelle nochmals:

Vielen Dank für die tatkräftige Unterstützung bisher!

Zusammenfassung unseres Grillabends

Nachdem jetzt fast 1,5 Wochen vergangen sind, wollten wir gerne diesen Artikel als allgemeine Zusammenfassung veröffentlichen. Ursprünglich war dies auch gedacht als Beitrag für die Zeitung, leider hatte es der Artikel noch nicht geschafft, dort auch abgedruckt zu werden. Aber was noch nicht ist, könnte ja noch werden. Insofern hier also der angedachte Zeitungsartikel:

Am Freitag, 6.9.2019, informierte die BIPapenberg über den aktuellen Verfahrensstand der geplanten Windkraftanlage zwischen Bishausen und Bühle. Der Andrang von interessierten Bürgerinnen und Bürgern an diesem Angebot war so groß, dass das DGH am Ende nicht genug Platz für alle bot.

Der Großteil der Zuhörerschaft kam aus den betroffenen Ortschaften Bishausen, Bühle und Sudheim, aber auch aus Parensen und Moringen sind einige Interessierte der Einladung der BIPapenberg gefolgt.

Die wichtigste Neuigkeit war die Erteilung eines Mandats an einen Fachanwalt, für das in den vergangenen Wochen Spenden gesammelt wurden. Berichtet wurde auch über die Recherchen und Ergebnisse, die dem Anwalt zur Verfügung gestellt werden. Relevant können u.a. sein: Denkmäler wie Kirchen oder Wallfahrtsorte, Wasserschutzgebiete oder auch Funkmasten. Hinweise werden über das Kontaktformular auf der Website der BIPapenberg gerne entgegengenommen.

„Das wichtigste Argument gegen den Standort der geplanten Windkraftanlage aber ist und bleibt die Avifauna. Daher ist die Kartierung von Sichtungen des Rotmilans und Schwarzstorchs so immens wichtig.“ so die Hauptverantwortlichen der BIPapenberg. Rotmilane können täglich mehrfach über Bishausen und Bühle beobachtet werden und erst kürzlich wurden 4 Schwarzstörche gleichzeitig gesichtet und fotografiert. Diese Meldungen liegen dem Landkreis zur Berücksichtigung und Prüfung im Genehmigungsverfahren bereits vor.

Besorgt äußerten sich einige Stimmen aus der Zuhörerschaft, dass man derzeit zu ungewöhnlichen Zeiten Schüsse hören könne, die nicht mit den sonst üblichen Jagdzeiten übereinstimmen. Hier sind sich alle einig, dass verstärkt darauf geachtet werden muss und protokolliert werden soll, wenn sich ungewöhnliche Fahrzeuge in Waldnähe aufhalten oder zu welchen Zeiten und Witterungen tatsächlich Schüsse fallen.

Die BIPapenberg plant für die Wintermonate weitere Informationsvorträge u.a. zu Avifauna und Infraschall und wird darüber rechtzeitig informieren.

Die Infoveranstaltung schloss mit einem kleinen Grillabend und der Chance, direkt ins persönliche Gespräch zu kommen und somit tiefer in die Thematik einzusteigen.

Wir laden zum Grillen ein!

Nachdem jetzt ein paar nach außen hin ruhigere Wochen vergangen sind, möchten wir ein kleines Fazit aus unseren bisherigen Aktionen und Informationen ziehen und gleichzeitig auf die nächsten Wochen einstimmen.

Wir laden daher alle Interessenten und Unterstützenden zu einem gemütlichen Austausch bei Bratwurst und Getränk ein!

Wann?

Am Freitag, 6. September 2019 um 19.30 Uhr

Wo?

Im Dorfgemeinschaftshaus Bishausen

Wir freuen uns auf gute Gespräche und eine lockere Atmosphäre und sagen: bis dahin!

Eure/Ihre BIPapenberg